Buchmacher-Marge: Was ist das und wie berechnet man sie?

Die Marge ist eines der Grundprinzipien der Arbeit von Wettbüros. Sie ist es, die es dem Buchmacher ermöglicht, langfristig Gewinne zu erzielen.

Menschen, die gerade erst mit Sportwetten beginnen, schauen oft nur auf die Quoten. Sie sehen zum Beispiel die Zahl 2,00 und denken: „Wenn ich richtig liege, verdopple ich mein Geld.“ 

Doch nach einiger Zeit fällt vielen ein merkwürdiges Detail auf. Wenn zwei ungefähr gleich starke Teams aufeinandertreffen, stehen die Quoten fast nie exakt bei 2,00 auf jeder Seite. Meist sind es eher Werte wie 1,85 und 1,95, 1,90 und 1,90 oder ähnliche Zahlen.

Am Anfang wirkt das wie eine Kleinigkeit. Tatsächlich steckt genau in diesem Unterschied aber die wichtigste Einnahmequelle der Buchmacher. Es geht um die Marge.

Was ist die Buchmacher-Marge?

Einfach gesagt ist die Marge die Kommission des Buchmachers. Sie ist bereits in die Quoten eingerechnet, daher sieht der Spieler sie nicht direkt.

Der Buchmacher verlangt kein Geld für die Abgabe der Wette selbst. Stattdessen senkt er die Quoten leicht ab. Dadurch erhält der Spieler eine etwas geringere Auszahlung, als er bei „fairen“ Quoten bekommen würde.

So bleibt der Buchmacher auf lange Sicht im Plus. Das ist ein Grundprinzip fast aller Wettanbieter.

Ein einfaches Beispiel

Um die Idee der Marge zu verstehen, kann man das einfachste Beispiel nehmen – den Münzwurf.

· Die Wahrscheinlichkeit für Kopf und Zahl ist gleich: 50 % zu 50 %.

· Bei fairer Berechnung müssten die Quoten für beide Ausgänge bei 2,00 liegen.

· Der Buchmacher wird aber eher etwas wie 1,90 auf Kopf und 1,90 auf Zahl anbieten.

Der Unterschied zwischen 2,00 und 1,90 wirkt klein. Genau diese Prozente bilden jedoch den Gewinn des Buchmachers.

Bei einer einzelnen Wette fällt das kaum auf. Bei Tausenden von Wetten spielt dieser Unterschied jedoch eine enorme Rolle.

Wie berechnet man die Buchmacher-Marge?

Die Marge kann man selbst berechnen. Unten stehen die gebräuchlichsten Formeln, die Analysten verwenden.

Formel für zwei Ausgänge

Wenn ein Ereignis nur zwei Ausgänge hat (zum Beispiel ein Tennismatch oder Over/Under), verwendet man diese Formel:

M = (1 / K1 + 1 / K2 - 1) × 100

Dabei gilt:

· M – Buchmacher-Marge in Prozent

· K1 und K2 – Quoten für die beiden Ausgänge

Schauen wir uns ein Beispiel an.

Nehmen wir an, für einen Tennisspieler wird eine Quote von 1,60 angeboten und für den anderen 2,30.

Zuerst berechnet man die Kehrwerte der Quoten:

· 1 / 1.60 = 0.625

· 1 / 2.30 ≈ 0.434

Dann addiert man sie: 0.625 + 0.434 = 1.059

Danach zieht man eins ab und wandelt das Ergebnis in Prozent um:

(1.059 - 1) × 100 ≈ 5.9%

Das bedeutet, dass die Buchmacher-Marge in diesem Markt ungefähr 6 % beträgt.

Wie berechnet man die Marge im Fußball?

Im Fußball ist die Situation etwas anders, weil es dort drei mögliche Ausgänge gibt:

· Sieg der ersten Mannschaft

· Unentschieden

· Sieg der zweiten Mannschaft

Die Formel bleibt fast gleich:

M = (1 / K1 + 1 / Kx + 1 / K2 - 1) × 100

Dabei gilt:

· K1 – Quote auf den Sieg der ersten Mannschaft

· Kx – Quote auf ein Unentschieden

· K2 – Quote auf den Sieg der zweiten Mannschaft

Man muss einfach die Kehrwerte aller Quoten addieren. Ist die Summe größer als eins, ist die Differenz die Marge.

Welche Marge gilt als normal?

Die Marge kann sich je nach Buchmacher unterscheiden. Meist hängt sie von der Popularität des Ereignisses und von der Sportart ab. Grob kann man sich an folgenden Werten orientieren:

Marge

Bewertung

2–4%

sehr gute Quoten

4–6%

normales Niveau

6–8%

durchschnittliche Kommission

8–10%

ziemlich hohe Marge

Bei Top-Ereignissen (zum Beispiel großen Fußballspielen) ist die Marge meist niedriger. In weniger populären Ligen kann sie höher sein.

Warum Spieler auf die Marge achten sollten

Viele Einsteiger denken darüber gar nicht nach. Sie wählen einfach eine Quote und platzieren ihre Wette.

Wer jedoch regelmäßig wettet, für den spielt die Marge eine spürbare Rolle. Schon ein Unterschied von 2–3 % über die Distanz kann eine ziemlich große Summe ausmachen.

Deshalb tun erfahrene Spieler oft Folgendes:

· Sie vergleichen die Quoten verschiedener Buchmacher

· Sie suchen nach Märkten mit niedrigerer Marge

· Sie versuchen, die besten Linien zu wählen

Manchmal ist der Unterschied zwischen den Anbietern durchaus deutlich.

Muss man die Marge von Hand berechnen?

In der Praxis berechnen die meisten Spieler die Marge nicht manuell. Heute gibt es viele Dienste und Rechner, die das automatisch erledigen.

Es reicht, die Quoten einzugeben – und das Programm zeigt sofort den Prozentsatz der Kommission an.

Doch selbst wenn Sie solche Tools nicht nutzen, ist es hilfreich, das Prinzip zu verstehen. Das hilft, sich in der Quotenlinie des Buchmachers besser zurechtzufinden und zu verstehen, wie die Quoten gebildet werden.

Fazit

Die Marge ist eines der Grundprinzipien, nach denen Buchmacher arbeiten. Genau sie ermöglicht es dem Anbieter, auf lange Sicht Gewinn zu erzielen.

Ein Spieler muss sie nicht vor jeder Wette ausrechnen. Wer aber versteht, wie sie funktioniert, kann Quoten besser einschätzen und vorteilhaftere Optionen auswählen.

Im Grunde gilt: Je niedriger die Marge, desto näher liegen die Quoten an den realen Wahrscheinlichkeiten eines Ereignisses. Das heißt, der Spieler hat etwas mehr Chancen, eine vortei

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